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Typ-1-Diabetes-Ursachen

Typ-1-Diabetes zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Bei Patienten mit Typ-1-Diabetes finden sich Antikörper im Blut, die gegen Proteine der Insulin produzierenden Betazelle gerichtet sind (so genannte Inselautoantikörper). Anhand der BABYDIAB-Studie, der ersten prospektiven (beobachtenden) Geburtskohortenstudie bei Kindern aus Diabetesfamilien, konnte die Arbeitsgruppe um Prof. Anette-Gabriele Ziegler grundlegende Erkenntnisse gewinnen: Bei Kindern, die Diabetes vor der Pubertät entwickeln, treten bereits häufig während der ersten beiden Lebensjahre Inselautoantikörper auf. Bestimmte Gene begünstigen diese frühe Inselautoimmunität und können bereits bei Geburt Auskunft über das Diabetesrisiko geben. Die BABYDIAB-Studie zählt zu den Vorreiterstudien auf dem Gebiet der Pathogeneseforschung (Forschung über die Entstehung einer Krankheit) des Typ-1-Diabetes. Andere ähnliche Studien zur Untersuchung des natürlichen Verlaufs der Betazellzerstörung folgten, vor allem in den USA und in Finnland. Im Jahre 2002 rief das National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases / National Institute of Health (NIDDK / NIH) - dem Modell von BABYDIAB folgend - die internationale multizentrische TEDDY-Studie ins Leben.

 TEDDY 
(The Environmental Determinants of Diabetes in the Young) -Studie 
Die TEDDY-Studie ist ein internationales Forschungsprojekt. Länder wie Amerika, Finnland und Schweden nehmen neben Deutschland an der TEDDY-Studie teil. Das Ziel ist es, Umweltfaktoren wie Infektionserreger, Ernährungs- und psychosoziale Faktoren zu identifizieren, die zur Autoimmunität und Typ-1-Diabetes mellitus führen oder davor schützen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen die Entwicklung von präventiven Therapien ermöglichen, um die Krankheit in Zukunft verhindern beziehungsweise heilen zu können. 
In TEDDY wurden weltweit 8431 Neugeborene aufgenommen. Die Neugeborenen wurden ausgewählt, weil sie Risikogene aufweisen, die für Typ-1-Diabetes prädisponieren. Von den 8431 Neugeborenen kommen 579 Kinder aus Deutschland. Dabei sind etwa die Hälfte aus Familien mit und die andere Hälfte aus Familien ohne familiäre Belastung. Alle Kinder sollen bis zum Alter von 15 Jahren nachuntersucht und durch die Kindheit begleitet werden. Dabei erforscht die Arbeitsgruppe um Prof. Anette-Gabriele Ziegler Umwelteinflüsse wie Ernährung, Infektionen, Impfungen, aber auch psychosoziale Faktoren und geographische Unterschiede genau. Die Wissenschaftler untersuchen die Teilnehmer zudem regelmäßig auf Inselautoantikörper, um eine mögliche Erkrankung bereits im Vorfeld zu entdecken und die Entwicklung der Inselautoimmunität zu beobachten. Damit versucht sie, die Ursachen für eine Erkrankung zeitlich einzugrenzen. Die Diagnose des Typ-1-Diabetes kann gegebenenfalls frühzeitig gestellt werden, so dass das Risiko für Komplikationen wie zum Beispiel Stoffwechselentgleisungen sinkt. Zusätzlich besprechen die Studienbetreuer die Ergebnisse der Inselautoantikörpertests und ihre Bedeutung ausführlich mit den Familien. Da diese Betreuung den Familien auch eine gewisse Sicherheit vermittelt, hat im Laufe der Zeit keine Familie die Teilnahme an der Studie beendet. 
Ansprechpartnerin: Dr. Christiane Winkler, kostenlose Hotline: 0800 / 33 83 339, E-Mail: teddy.germany(at)lrz.uni-muenchen.de

TEENDIAB 
In den Studien TEDDY und BABYDIAB lernen wir vor allem über die Entstehung von Diabetes und Autoimmunität im frühen Kindesalter. Die TEENDIAB-Studie beschäftigt sich – wie der Name sagt - mit der Entstehung des Diabetes während und nach der Pubertät. Über diesen Alterszeitraum gibt es weltweit noch sehr wenige Daten. Deshalb werden in die TEENDIAB-Studie Kinder zwischen acht und einschließlich elf Jahren aufgenommen, bei denen bereits ein Familienmitglied (Mutter, Vater oder Geschwisterkind) an Typ-1-Diabetes erkrankt ist. Alle TEENDIAB-Kinder werden bis zum Alter von 18 Jahren begleitet und nachuntersucht. Dabei werden Umwelteinflüsse wie Ernährung, Bewegung, psychosoziale Entwicklung, Pubertätsentwicklung und Gewichtsentwicklung erforscht. Alle Kinder werden auf Inselautoantikörper untersucht, den Vorboten einer Typ-1-Diabeteserkrankung. Die Arbeitsgruppe um Prof. Anette-Gabriele Ziegler sucht noch interessierte Kinder und Familien, die an der Studie teilnehmen möchten. 
TEENDIAB ist eine deutschlandweite Studie im Rahmen des Kompetenznetzes Diabetes, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. 
Ansprechpartnerin: Dr. Christiane Winkler, Tel. 0800 / 82 84 868, E-Mail:TEENDIAB(at)lrz.tu-muenchen.de