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Typ-1-Diabetes-Prävention

Diabetesprävention ist ein weit gefasster Begriff. Wir verstehen unter Prävention entweder die Verhinderung des Fortschreitens der Diabeteserkrankung nach klinischer Neuerkrankung (Manifestation) oder die Verhinderung der Entstehung von Diabetes bei Personen mit hohem familiärem und genetischem Risiko. Für Typ-1-Diabetes gibt es heutzutage noch keine sichere und effektive Prävention, die für die ‚Routinebehandlung’ des Diabetes angeboten werden kann. Es gibt inzwischen eine Reihe von Medikamenten, die nachgewiesenermaßen das Fortschreiten der Diabeteserkrankung aufhalten können (zum Beispiel die Behandlung mit dem monoklonalen Antikörper anti-CD3). Allerdings sind Dosierung und Sicherheit dieser Therapien noch nicht ausreichend erforscht, so dass diese Therapien nicht routinemäßig zur Verfügung stehen. Diabetesprävention findet also im Rahmen von kontrollierten Studien statt, an denen Patienten mit neu manifestem Diabetes oder mit erhöhtem Diabetesrisiko teilnehmen können. Folgende Studien werden von der Arbeitsgruppe um Prof. Anette-Gabriele Ziegler angeboten:  

Für Erwachsene mit neu entdecktem Typ-1-Diabetes - AIDA 
Im europaweit laufenden Anti-Interleukin-1 in Diabetes Action Trial (AIDA) möchte die Arbeitsgruppe um Prof. Anette-Gabriele Ziegler die Zerstörung der Betazellen kurz nach dem Auftreten erster Diabetes-Symptome aufhalten. Damit soll eine gewisse körpereigene Insulinproduktion aufrecht erhalten werden. Zu diesem Zweck spritzen sich die Studienteilnehmer neun Monate lang täglich einen „Interleukin-1-Rezeptor-Antagonisten“. Dieser Wirkstoff wird vom menschlichen Körper während einer Entzündung zur Verhinderung von Gewebeschäden auch selbst produziert. Bei Patienten mit Rheuma (chronische Polyarthritis) wird der „Interleukin-1-Rezeptor-Antagonist“ bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt. Für ein Screening auf Inselautoantikörper, C-Peptid und einige Sicherheits-Laborwerte können sich Personen mit neu aufgetretenem Diabetes im Alter von 18-35 Jahren anmelden. Vorraussetzung ist, dass die ersten Symptome wie vermehrtes Wasserlassen und verstärktes Durstgefühl noch nicht länger als zwölf Wochen zurückliegen. 
Interessierte melden sich bitte bei Dr. med. Markus Walter, Tel. 089 / 3068 2591, E-Mail: markus.walter(at)lrz.uni-muenchen.de

Diapep277-Studie
Ziel dieser internationalen Studie ist es, kurz nach der klinischen Neuerkrankung (Manifestation) an Typ-1-Diabetes die ablaufende Immunreaktion an den Insulin produzierenden Betazellen abzuschwächen. Damit ist es möglich, deren weitere Zerstörung zu verzögern. Dieses Ziel soll erreicht werden, indem die Studienärzte vierteljährlich über einen Zeitraum von zwei Jahren ein Peptid verabreichen. Melden können sich alle Personen mit neu entdecktem Typ-1-Diabetes, die zwischen 20 und 45 Jahre alt sind und nicht länger als fünf Monate mit Insulin behandelt wurden. Die Studienärzte testen auf Autoantikörper und bestimmen das basale C-Peptid. Sollte es keine weiteren gesundheitlichen Bedenken geben, können die untersuchten Diabetiker an der Studie teilnehmen. 
Ansprechpartner: Dr. med. <personname w:st="on"></personname>Markus Walter oder Dr. med. Maike Wallner, Tel. 089 / 3068 2591, E-Mail: markus.walter(at)lrz.uni-muenchen.de oder maike.wallner(at)lrz.uni-muenchen.de   

Nabelschnurblut für Kinder mit Typ-1-Diabetes
Ziel dieser Studie ist es, die Blutzuckerkontrolle bei Kindern mit Typ-1-Diabetes zu verbessern. Erreichen möchten die Studienärzte das, indem sie den Kindern körpereigenes Nabelschnurblut übertragen. Auf diese Weise erzielten Forscher aus den USA bereits Erfolge, so dass die Kinder weniger Insulin spritzen mussten als vorher. Fünfzehn Kindern mit neu aufgetretenem jugendlichem Diabetes wurde dort ihr eigenes Nabelschnurblut übertragen. Dabei zeigte sich bei den behandelten Kindern im Vergleich zu einer unbehandelten Kontrollgruppe eine deutliche Senkung des Langzeitblutzuckerwertes HbA1c, der den Verlauf des Blutzuckers über mehrere Wochen anzeigt. Außerdem benötigten die Kinder deutlich weniger Insulin pro Tag als die Kontrollgruppe. Diese Ergebnisse legen für die Ärzte den Schluss nahe, dass Immunzellen im Nabelschnurblut die weitere Zerstörung der Insulin produzierenden Betazellen verhindern. Vorerst sollen in Deutschland zehn Kinder an der neuen Studie teilnehmen. Mitmachen können Kinder ab dem Alter von einem Jahr, deren Typ-1-Diabetes-Diagnose nicht länger als zwölf Monate zurückliegt und die über ihre eigene Nabelschnurblutprobe verfügen. 
Interessierte Eltern melden sich bitte bei Dr. med. Maike Wallner, kostenlose Tel. 0800-8284868, E-Mail: maike.wallner(at)lrz.uni-muenchen.de

Für nicht-diabetische Kinder mit Typ-1-Diabetes in der Familie - Pre-POINT
Pre-POINT ist eine internationale Studie, die die Wirkung einer Impfung gegen Typ-1-Diabetes mit Insulin untersucht. Zur Behandlung wird Insulin täglich als Pulver über den Mund aufgenommen. Es dient nicht zur Senkung des Blutzuckers, sondern soll als Impfung das Immunsystem beeinflussen und die Entwicklung einer Autoimmunität und eines Typ-1-Diabetes verhindern.
In der Pre-POINT Studie untersucht die Arbeitsgruppe um Prof. Anette-Gabriele Ziegler die ideale Dosis des Insulins für die Impfung bei Kindern mit sehr hohem Diabetesrisiko. Kinder, die an Pre-POINT teilnehmen, können auf Wunsch auch bei der darauf folgenden POINT-Studie mitmachen, bei der die Wirksamkeit der Impfung untersucht wird. Um Kinder zu finden, die ein sehr hohes Diabetesrisiko haben, führt die Arbeitsgruppe zunächst eine Eingangsuntersuchung zur Risikobestimmung durch. Kostenlos teilnehmen können daran deutschlandweit alle Kinder, die zwischen achtzehn Monaten und sieben Jahren alt sind und die ein Geschwisterkind oder zwei enge Verwandte (Vater, Mutter, Geschwister) mit Typ-1-Diabetes haben. Unterstützt wird die Studie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Juvenile Diabetes Research Foundation (JDRF) in den USA.
Weitere Informationen auf www.diabetes-point.org
Interessierte Eltern melden sich bitte bei Dr. med. Peter Achenbach oder Leonore Thümer, kostenlose Tel. 0800-8284868, E-Mail: prevent.diabetes(at)lrz.uni-muenchen.de