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E-Mail: Kinderklinik(at)lrz.tum.de

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Phänotypisierung Diabetes

DiMelli – Diabetesregister Bayern
DiMelli ist das erste Diabetesregister Deutschlands, das neben der Registrierung von Diabeteshäufigkeiten gleichzeitig Blutproben sammelt. Mit Hilfe dieser Blutproben können der Diabetestyp und Diabetes-assoziierte Erkrankungen frühzeitig diagnostiziert werden. DiMelli registriert Kinder und junge Erwachsene bis zum Alter von 20 Jahren mit allen Diabetestypen (Typ-1-, Typ-2-, Mody-Diabetes oder andere). Alle Ärzte Bayerns sind aufgerufen, DiMelli zu unterstützen, damit die bayerische Diabetesregister-Kohorte so vollständig wird, wie ähnliche Kohorten in anderen Ländern Europas oder wie die SEARCH-Kohorte in den USA. DiMelli möchte alle Kinder und Jugendliche erfassen, deren Diabetesdiagnose nicht länger als sechs Monate zurückliegt. Ergebnisse der Blutanalysen über den Diabetestyp, über die Restfunktionsleistung der Betazelle, über Modygene und über andere Diabetes-assoziierte Erkrankungen werden Ärzten und Patienten kostenlos zur Verfügung gestellt. Die erhobenen Daten sollen später Aufschluss über die Häufigkeit der einzelnen Diabetestypen in Bayern geben. Zusätzlich untersuchen die Ärzte den Einfluss verschiedener Auslöser wie zum Beispiel Übergewicht und sozioökonomische Faktoren auf die Erkrankung. DiMelli ist Teil des Kompetenznetzes Diabetes, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Durchgeführt wird die Studie von der Forschergruppe Diabetes der Technischen Universität München und der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB). 
Interessierte Ärzte beziehungsweise Eltern und Jugendliche melden sich bitte bei Leonore Thümer, kostenlose Tel. 0800-8284868, E-Mail: dimelli(at)lrz.uni-muenchen.de oder bei der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns, Tel. 089 / 57093-3267, E-Mail: info(at)dimelli.de

Studie „Immunprofil bei Kindern und Jugendlichen mit neu manifestiertem Diabetes mellitus“
Die Immunprofil-Studie wird in Kooperation zwischen der Arbeitsgruppe um Prof. Anette-Gabriele Ziegler und den am DPV- („Diabetes Patienten Verlaufsdokumentation“) Projekt beteiligten Zentren durchgeführt. DPV besteht seit 1990 (Leitung und Koordination: Professor Holl, Universität Ulm). Es handelt sich dabei um ein EDV-basiertes Dokumentationsprogramm für Patienten mit allen Diabetestypen, sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche. Im Sinne einer elektronischen Krankenakte werden diabetes-relevante Daten nur einmal erfasst und stehen dann für zahlreiche Funktionen zur Verfügung. Circa 300 Zentren/ Praxen in Deutschland und Österreich nehmen am DPV-Projekt teil. Damit sind nahezu alle an Diabetes erkrankten Kinder und Jugendlichen in Deutschland in der DPV-Datenbank erfasst.
Im Rahmen der „Immunprofil-Studie“ sollen nun bei möglichst allen im DPV-System erfassten Patienten, die an Diabetes mellitus erkranken, die Diabetes-spezifischen Autoantikörper (Autoantikörper gegen Glutamatdecarboxylase, Insulin, die Tyrosinphosphatase IA-2, und gegen Zink Transporter 8 Protein) im Labor der Arbeitsgruppe in München bestimmt werden. Bisheriges Problem war, dass unterschiedliche Zentren unterschiedliche Messungen in unterschiedlichen Labors durchführen ließen, was eine Vergleichbarkeit/ Auswertung der Daten erschwerte.
In die Studie sollen jährlich circa 500 Patienten eingeschlossen werden. Die im Rahmen von DPV erhobenen Daten bei Erkrankungsbeginn und im Verlauf sollen mit den initial gemessenen Antikörperprofilen kombiniert ausgewertet werden. Insbesondere sollen folgende Fragestellungen bearbeitet werden:

  • Können alle in DPV erfassten Patienten eindeutig einem Diabetestyp zugeordnet werden und waren diese aufgrund klinischer Parameter bisher richtig klassifiziert?
  • Besteht ein Zusammenhang zwischen bestimmten Immunprofilen und demographischen Daten (Alter, Geschlecht, Nationalität)?
  • Korrelieren Antikörperprofile bei Beginn der Erkrankung mit der Schwere der Manifestation, das heißt entwickeln Patienten mit einer breiten Immunreaktion zu Beginn häufiger Komplikationen wie eine Ketoazidose oder ähnliches?
  • Besteht ein Zusammenhang zwischen Immunprofil bei Beginn und dem späteren Verlauf – das heißt haben Patienten mit einer massiveren Immunantwort zu Beginn eine kürzere Remissionsphase und einen insgesamt komplizierteren Verlauf (schlechtere HbA1c-Werte, mehr Insulinbedarf, stärkere Blutzuckerschwankungen)?

Neben den wissenschaftlichen Fragestellungen profitieren neu an Diabetes erkrankte Kinder/ Jugendliche und deren Eltern und betreuende Ärzte von der eindeutigen Zuordnung zu einem Diabetestyp, da diese weitere diagnostische/ therapeutische Schritte nach sich zieht. 
Für weitere Informationen zur Studie „Immunprofil bei Kindern und Jugendlichen mit neu manifestiertem Diabetes mellitus“ melden Sie sich bitte bei Dr. med. Katharina Warncke, Tel. 089/ 3068 2591, E-Mail: katharina.warncke(at)lrz.tum.de

Studie für Kinder mit neu entdecktem Typ-1-Diabetes
Viele Einzelheiten über den Verlust der Betazellfunktion, über die Rolle der Inselautoantikörper und der T-Lymphozyten und den Einfluss einer guten Blutzuckereinstellung nach einer Typ-1-Diabeteserkrankung sind noch ungeklärt. Ziel dieser Studie ist es, diesen ungeklärten Fragen nachzugehen und den natürlichen Verlauf nach Krankheitsbeginn zu erforschen, etwa den Verlauf der Honeymoon-Periode. Eltern können ihre Kinder zu dieser Studie anmelden, wenn die Kinder im Alter von drei bis zehn Jahren alt sind und seit maximal einem Jahr Typ-1-Diabetes haben. Die Studie beinhaltet vier Untersuchungstermine innerhalb von zwei Jahren in München. Dabei führen die Studienärzte einen Mixed Meal Tolerance Test durch. Zudem werden mit Hilfe einer Blutprobe die Betazellfunktion, Inselautoantikörper, der Langzeitblutzuckerwert HbA1c, das Blutbild und Stoffwechselprodukte sowie für das Immunsystem wesentliche Blutzellen bestimmt. Die Studienärzte informieren die Eltern im Anschluss kostenlos über die patientenrelevanten Ergebnisse der Untersuchungen. 
Interessierte Eltern melden sich bitte bei Dr. med. Maike Wallner, kostenlose Tel. 0800-8284868, E-Mail: maike.wallner(at)lrz.uni-muenchen.de