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Schwangerschaftsdiabetes / Prävention

Schwangerschaftsdiabetes (Gestationsdiabetes) ist definitionsgemäß jeder Diabetes, der während der Schwangerschaft beginnt und diagnostiziert wird. Frauen, die während der Schwangerschaft einen Schwangerschaftsdiabetes entwickeln, erkranken später häufig an einem Typ-2-Diabetes. Die Arbeitsgruppe um Prof. Anette-Gabriele Ziegler führte von 1989-1999 die prospektive (beobachtende) Deutsche Gestationsdiabetes-Studie durch. Die Evaluation dieser Studiendaten konnte zeigen, dass insbesondere Frauen, die aufgrund des Schwangerschaftsdiabetes Insulin spritzen mussten und Inselautoantikörper-negativ sind, ein besonders hohes Risiko von 61 Prozent haben, innerhalb von drei Jahren nach der Entbindung an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Bislang gibt es keine etablierte Präventionsstrategie, um Frauen dieser Hochrisikogruppe zu schützen. International wurden verschiedene Präventionsansätze verfolgt. So konnte bereits gezeigt werden, dass sowohl eine Veränderung des Lebensstils mit ausgewogener Ernährung und mehr körperlicher Aktivität als auch eine vorbeugende medikamentöse Behandlung die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes verhindern können. Daher hat sich die Arbeitsgruppe um Prof. Anette-Gabriele Ziegler als Aufgabe gesetzt, die Präventionsstudie PINGUIN für Deutschland zu entwickeln, die das Fortschreiten hin zu einem Typ-2-Diabetes verhindern soll. Indem die Studienteilnehmerinnen einen DPP4-Inhibitor einnehmen und ihren Lebensstil positiv verändern, soll dieses Ziel erreicht werden. Die Arbeitsgruppe erwartet eine Verzögerung oder gar Verhinderung der Typ-2-Diabetes-Manifestation sowie eine Prävention der Diabetes-Folgeerkrankungen.

PINGUIN
In der PINGUIN-Studie (Postpartale Intervention bei Gestationsdiabetikerinnen unter Insulintherapie) soll bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes durch die Einnahme des Wirkstoffs Vildagliptin (Galvus®) die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes nach der Schwangerschaft verhindert werden. 
Mehr als die Hälfte (61 Prozent) aller Frauen mit Insulin pflichtigem Schwangerschaftsdiabetes entwickeln innerhalb von drei Jahren nach der Entbindung einen Typ-2-Diabetes. Die vorbeugende Einnahme von Vildagliptin soll das Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken, senken. Vildagliptin soll den Blutzuckerhaushalt regulieren und eine regenerative Wirkung auf die Insulin produzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse auslösen. Im Moment nehmen 43 Frauen an der Studie teil. 
Teilnehmen können alle Frauen, die während ihrer letzten Schwangerschaft einen Insulin pflichtigen Schwangerschaftsdiabetes hatten, die vor weniger als neun Monaten entbunden haben und mindestens 18 Jahre alt sind. 
Weitere Informationen auf www.pinguin-studie.de.
Interessierte Frauen melden sich bitte bei Dr. med. Maike Wallner oder Lorenz Lachmann, kostenlose Tel. 0800-8284868, E-Mail: pinguin(at)lrz.uni-muenchen.de

MuKiS
Die Arbeitsgruppe um Prof. Anette-Gabriele Ziegler hat in der Deutschen Gestationsdiabetes-Studie herausgefunden, dass Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes entwickeln, ein Risiko von zirka 50 Prozent haben im Verlauf der nächsten zehn Jahre nach Entbindung einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Das Risiko, in einer nachfolgenden Schwangerschaft erneut einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln, liegt ebenfalls um 50 Prozent. Weitere Studien haben gezeigt, dass eine Veränderung des Lebensstils mit ausgewogener Ernährung und mehr körperlicher Aktivität die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes verhindern können. Deshalb hat die Arbeitsgruppe in Kooperation mit der Frauenklinik und Poliklinik der Technischen Universität München unter der Leitung von Prof. KTM Schneider und mit dem Lehrstuhl für Sport und Gesundheit, Fakultät für Sportwissenschaft der Technischen Universität München unter der Leitung von Prof. Renate Oberhoffer die MuKiS-Studie ins Leben gerufen. MuKiS steht für Mutter-Kind-Sport in München. Diese Studie hat das Ziel, durch einen gesünderen Lebensstil Typ-2-Diabetes bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes zu verhindern. Bei einer Teilnahme an der MuKiS-Studie profitieren die betroffenen Frauen: Sie erhalten ein Bewegungsprogramm unter fachlicher Betreuung, eine kostenlose Ultraschalluntersuchung inklusive Untersuchung des Herzens des ungeborenen Kindes und eine medizinische und sportliche Nachuntersuchung. Momentan nehmen zwölf Frauen an der Studie teil. Es werden weiterhin noch Teilnehmerinnen mit Schwangerschaftsdiabetes zwischen der 24. und 30. Schwangerschaftswoche in die Studie aufgenommen. 
Interessierte Frauen melden sich bitte bei Dipl. Sportwiss. Lydia Henneberger, Tel. 089 / 3187 4194, E-Mail: lydia.henneberger(at)lrz.uni-muenchen.de